Kaki, Persimone oder doch Sharonfrucht?

19 Oktober, 2016

Kaki, Persimone oder doch Sharonfrucht?

Generell wird zwischen asiatischen (Diospyros kaki) und amerikanischen Kakis (Diospyros virginiana) unterschieden. Während in Deutschland auf Grund ihrer großen Früchte ausschließlich Früchte der asiatischen Kaki vertrieben werden, findet man in einigen Gegenden Osteuropas und in den USA auch amerikanische Kakis auf den Märkten. Beim Obsthändler um die Ecke oder im Supermarkt werden Kakis unter unterschiedlichen Namen angeboten: Kaki, Persimone und Sharon.

Wie unterscheiden sich Kaki, Persimone und Sharon?
Botanisch gesehen, zählen Kaki, Persimone und Sharon alle zur Gattung der asiatischen Kakis. Häufig werden die Namen nach Gusto des Obsthändlers gewählt. Allerdings gibt es mittlerweile ein gemeinsames Namensverständnis des deutschen Handels:

Kaki
Hier werden meistens Früchte der norditalienischen Sorte „Tipo“ bezeichnet. Früchte von Tipo bestechen durch Aroma und ihr zartes Fruchtfleisch. Teilweise haben Früchte der Sorte Kaki Tipo einige dunklere Punkte im Fruchtfleisch. Hierbei handelt es sich nicht um verdorbene Früchte, sondern um ein Qualitätskriterium, da diese Früchte einen sehr hohen Zuckergehalt aufweisen.


Bild: Früchte der norditalienischen Kakisorte „Tipo“


Bild: Aufgeschnittene Kaki Tipo mit Flecken im Fruchtfleisch: Ein Qualitätskriterium. 

Persimone
Als Persimone werden häufig die Früchte der Sorten Rojo Brillante, Vanille oder Hana Fuyu bezeichnet. Deren Früchte werden ähnlich wie Bananen künstlich mit Ethylen nachgereift und können somit im festen Zustand wie ein Apfel gegessen werden. Ohne diesen künstlichen Reifeprozess können Rojo Brillante und Vanille nur weich (ähnlich wie Tipo) verspeißt werden. Ausnahme sind hier die Früchte der Sorte Hana Fuyu, die stets im festen Zustand wie ein Apfel gegessen werden können.


Bild: Aufgeschnittene Persimone (Sorte: Rojo Brillante)

Sharonfrucht
Als Sharon bezeichnet man Früchte der Sorte Triumph, die von einem israelischen Züchter stammt. Hauptanbaugebiete sind neben Israel, Südafrika und Spanien. Die Sharonfrüchte bestechen durch einen hohen Zuckergehalt und eine gute Lager-/Transportfähigkeit. Analog zu Früchten der Sorten Rojo Brillante und Vanille, müssen auch Sharonfrüchte künstlich nachgereift werden, bevor sie im festen Zustand wie ein Apfel verspeist werden können.


Bild: Früchte von verschiedenen Sorten der asiatischen Kaki (Diospyros kaki): Tipo, Rojo Brillante, Sharon (v.l.n.r.)


Bild: Aufgeschnittene Früchte der Sorten Tipo, Rojo Brillante und Sharon (v.l.n.r.)

Amerikanische Kaki
Die Früchte der amerikanische Kaki findet man im deutschen Handel nicht. Amerikanische Kakis bringen deutlich kleinere Früchte hervor, die erst im vollreifen Zustand genussreif sind. Bekannte Sorten sind Meader, Yates, sowie die Hybridsorte Nikitas Gift.


Bild: Amerikanische Kaki der Sorte Meader kurz vor der Ernte

Wie esse ich eine Kaki?

  • Persimonen (Rojo Brillante & Vanille) und Sharonfrüchte sollten vorab gründlich gewaschen werden. Anschließend können die Früchte wie ein Apfel inklusive der Schale gegessen werden.
  • Kaki Tipo wird querhalbiert. Anschließend wird das geleeartige Fruchtfleisch ausgelöffelt. Die Schale wird in der Regel nicht verzehrt.

    Welche Sorte eignet sich für mein Klima?
    In Regionen, in denen die Mindesttemperatur von -16°C nicht unterschritten wird, kann die Sorte Hana Fuyu gepflanzt werden. Das Fruchtfleisch ist von guter Qualität und kann bereits vor der Vollreife verzehrt werden. In Regionen, in denen die Mindesttemperatur von -20°C nicht unterschritten wird, können die Sorte Rojo Brillante, Vanille und Tipo gepflanzt werden. Sollten Sie in einer rauen Region wohnen, empfehlen wir Ihnen die amerikanischen Kakis Meader, Yates und Nikitas Gift. Diese sind bis -30°C winterhart.

    Nachdem ich eine Kaki-/Sharonfrucht gegessen habe, wurde meine Zunge pelzig. Was kann ich tun?
    Sollte während dem Essen Ihre Zunge leicht Pelzig werden bzw. die Frucht bitter schmecken liegt dies an der sog. Adstringenz. Sie sollten die Früchte noch zwei bis drei Tage zusammen mit Äpfeln lagern. Durch das natürliche Ethylen der Äpfel, reifen die Früchte nach.


    Bild: Unreife Sharonfrucht (links) neben einer reifen Kaki der Sorte Tipo (rechts)


    Bild: Unreife Sharon- und Kakifrüchte können zusammen mit Äpfeln gelagert werden und reifen somit auf natürliche Weise nach. Tupperware oder Plastiktüten eigenen sich als Verpackung.





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