Was sind eigentlich Terrassenobstbäume?

05 März, 2018

Was sind eigentlich Terrassenobstbäume?

Terrassenobstbäume sind seit einigen Jahren sehr gefragt. Sie eignen sich sehr gut für die Bepflanzung von Balkon und Terrasse mit fruchttragenden Pflanzen. In perfekter Weise vereinen sie Zierde (Blüte, Laub, Herbstfärbung) und Fruchtnutzen. Auch können sie bestens im urban gardening zum Bepflanzen von z.B. Kisten verwendet werden.

Bereits im 18. Jahrhundert wird von „Obstbäumen in Scherben“ in königlichen Orangerien in Frankreich, Holland, England und Deutschland berichtet. Sowohl zum Vergnügen, zur Sammlung pomologischer Kenntnisse, als auch um Früchte und die Bäume selbst auf festliche Tafeln zu bringen. Es wird sogar die Bedeutung erwähnt, Kinder mit Hilfe von Topfobstbäumen an die „Obstzucht“ heranzuführen.

Damals wurden normal wachsende Sorten auf relativ stark wachsenden Unterlagen mit Hilfe von Schnitt und anderen Pflegemassnahmen klein gehalten, analog der japanischen Bonsaikunst. Heute ist die Kultur von Obstbäumen in Töpfen wesentlich erleichtert durch das Angebot von Terrassenobstbäumen. Sie sind eine Kombination aus Sorte, Schwachwuchs induzierender Unterlage, Veredelungshöhe und bei älteren Exemplaren der Vorkultur. Im Garten ausgepflanzt können diese, je nach Unterlage, zu normal grossen Obstbäumen wachsen.

Kultur und Pflege auf Balkon und Terrasse
Wichtig ist die Wahl eines winterharten Pflanzgefässes mit gutem Abzugsloch. Im ersten Jahr eines mit Volumen von 12-15 l. In den nächsten 2-3 Jahren wird in einen um ca. 10 l grösseren Topf umgepflanzt, bis man bei ca. 40 l anlangt. Drainageschicht: 5 cm Blähton mit wasserdurchlässigem Vlies bedecken, dann das Substrat einfüllen. Ein Stellen des Gefässes auf Füsschen oder Latten gewährt optimalen Wasserabzug.

Substrat: Ideal ist eine hochwertige, strukturstabile Kübelpflanzenerde gemischt mit Obst- und Beerensubstrat. Standort: Alle fruchttragenden Pflanzen benötigen einen sonnigen Standort. Da die Luft auf Balkon und Terrasse immer heisser und trockener ist als im Garten, kommt der regelmässigen Wasserversorgung grosse Bedeutung zu. Düngung: Kübelpflanzen werden zu Beginn der Vegetationsperiode, d.h. Anfang März, mit einem Obst-Langzeitdünger versorgt nach Produktanweisung. Man kann auch flüssig übers Giesswasser düngen, jedoch bis längstens Mitte August. Danach müssen die Triebe für eine gute Winterhärte ausreifen. Schnitt: Der jährliche Pflegeschnitt setzt erst nach einigen Jahren ein bei der älteren Pflanze. Er beschränkt sich auf Formgebung, Auslichten der Krone, Reduzierung von Seitentrieben und eventuelles Einkürzen zu langer Triebe. Pflanzenschutz: Bei „mobilen“ Kübelpflanzen kann man einigen Pilzkrankheiten vorbeugen, indem man die Pflanzen bei Regen, Hagel, Frost unter Dach stellt und somit einer Infektion von Blüten bzw. Blättern vorbeugt (z.B. Apfelschorf ab Austrieb bis ca. Anfang Juni, Birnengitterrost von Blüte bis Anfang Juni, Monilia Spitzendürre des Steinobsts, Blüten- und Fruchtmonilia während Blüte und Fruchtausreife, Kräuselkrankheit bei Pfirsich und Nektarine beim Austrieb). Man muss dann jedoch auf möglichen Befall von Spinnmilben achten.

Der Überwinterung der Pflanzen kommt grosse Bedeutung zu. Überwintert man sie auf Balkon oder Terrasse, packt man den Topf mit Luftpolsterfolie, Schilfrohrmatte oder Jute ein. Man kann die Pflanzen auch in eine kühle Garage oder einen Schuppen stellen; Licht ist bei laublosen Pflanzen nicht so wichtig. Das Giessen ist nicht zu vergessen. Vermeintliche Frostschäden sind oft Trockenschäden. Der Wurzelballen sollte nie ganz austrocknen. In grossen Gefässen ist eine Unterpflanzung mit z.B. immertragenden Erdbeerensorten oder einjährigen Blumen möglich.





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